Frankfuter Allgemeine Zeitung
20.06.2015

Ein perfekter Vermittler

Der Galerist Dieter Brusberg wird 80


Camilla Blechen















"Seit fast fünf Jahren vermissen die Kunstfreunde in Berlin jene bunte Mischung zwischen Klassischer Moderne und figuraler Kunst der Gegenwart,
die in Dieter Brusbergs Galerie am Kurfürstendamm 213 nachhaltig betreut worden war. Im Herbst 1982 von Hannover nach Berlin übergesiedelt, verblüffte der am 22. Juni 1935 in Trier geborene Galerist die örtliche Kunstszene durch die Breite seiner Offerten. Zuvor hatten Kontakte zum alteingesessenen Kollegen Rudolf Springer zur Ubernahme von dessen Schützling Gerhard Altenbourg geführt, dem Brusberg durch eine umfassende Ausstellung im Berliner Haus am Waldsee
1969 Aufmerksamkeit jenseits der DDR-Grenzen sicherte. Nach dem Unfalltod des Künstlerfreundes fand die „Terra Altenbourg“ aus Brusbergs Besitz (F.A.Z. vom 4. August 2014) ihren
würdigen Standort im Dresdener Kupferstichkabinett.

In Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Kunsthandel der DDR war es Dieter Brusberg bereits Anfang der achtziger Jahre gelungen, im Rahmen der Ausstellung „Zeitvergleich“ dreizehn Künstlern einen Gruppenauftritt in sieben Städten der Bundesrepublik zu ermöglichen. Darüberhinaus versorgte er eine wohlhabende Klientel wie den Münchner Unternehmer Theo Wormland, das Berliner Ehepaar Pietzsch, die Sammler Hartwig Piepenbrock und Dieter Scharf mit Werken der Surrealisten Max Ernst, René Magritte, Hans Bellmer und Richard Oelze. Zu Brusbergs Kunden gehörten, sehr früh, auch der hannoversche Mäzen Bernhard Sprengel sowie der rheinische Sammler Peter Ludwig, der sich1995 zum Ankauf einer kapitalen „Kreuzabnahme“ von Werner Tübke entschloss.

Die Berliner Grundkreditbank verdankte dem Galeristen eine wohlbestückte Sammlung ostdeutscher Künstler, in deren Mittelpunkt Altenbourgs und Bernhard Heisigs manisch die finstere deutsche Vergangenheit bewältigende Bilder stehen. Beiden Malern, assistiert vom „Hauskünstler“ Rolf Szymanski, gilt eine dem Jubilar zu Ehren eingerichtete Ausstellung der „Galerie Berlin“, die über Brusbergs achtzigsten Geburtstag am kommenden Montag hinaus bis zum 25.Juli geöffnet bleibt.